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„Gewiß ihre Ingendgeſpielnanen bemerkte die Mutter, „welche ſie gleich hat zu ſich laden laſſen.“
„So werden wir wol noch eine Stunde warten müſ⸗ ſen,“ ſprach Dolgorow verdrießlich.„Jedenfalls ſagt der Gräfin, daß wir ſie zum Abendeſſen erwarten, und tragt Sorge, daß bald angerichtet werde. Denn ich denke,“ wandte er ſich zu den übrigen,„Sie werden Alle ſo hungrig und müde ſein wie ich, der ich mich in der That durch die Reiſe etwas angeſtrengt fühle.“
Zweites Capitel.
Feodorowna war kaum in ihrem Gemach angelangt, als ſie ihr Kammermädchen hinabſchickte, um einige junge
Maädchen zu rufen, welche mit ihr im Schloß als Geſpie⸗
linnen erzogen worden waren. Das Loos dieſer Armen er⸗ ſchien ihr äußerſt traurig; denn nachdem ſie das Glück beſ⸗ ſerer Verhältniſſe und höherer Ausbildung halb gekoſtet hat⸗ ten, mußten ſie in den nun erſt recht drückenden Stand dienſtbarer Leibeigenſchaft zurückkehren, und die düſtern Woh⸗ nunggen und Beſchäftigungen ihrer Altern theilen. Darum gedachte ſie dieſer Genoſſinnen ihrer Kindheit, mit denen ſie ſo manche Stunde der unbefangenſten Freude durchlebt hatte, ſtets mit ganz beſonderer Liebe. Es waren drei Töchter der Landleute, mit denen ſie aufgewachſen war: Kathinka, Olga und Arxinia. Alle drei waren in Feodorownas Alter; Ka⸗ thinka und Olga, gute Geſchöpfe, doch in jener beſchränk⸗ ten, demüthigen Anſicht, welche dem Leibeigenen durch alle Verhältniſſe des ebens aufgedrungen wird, faſt unter⸗ I.


