Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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ſprache mit Euch zu nehmen und Euch den Willen des Kaiſers in dieſer Beziehung zu verkünden. Es iſt zu Pe⸗ tersburg im großen Kriegsrathe beſchloſſen worden, daß wir dem Feinde den Schein des Sieges lange laſſen werden, um die Gewißheit deſſelben um ſo zuverläſſiger für uns zu gewinnen. Unſre Heere werden ihm nur da Widerſtand

leiſten, wo er jeden Vortheil mit ungeheuren Aufopferungen

erkaufen muß; vergeblich wird er auf eine Schlacht hoffen, vergeblich in raſtloſen Märſchen Tag und Nacht die Kräfte ſeines Heeres erſchöpfen, um das ewig vor ihm ſchwebende Scheinbild des Sieges zu erhaſchen. Nirgend ſoll er eine Ruheſtätte für die Ermatteten finden, überall muß ihn die öde, ſchauerliche Wüſte empfangen, ſodaß Muthloſigkeit und endlich Empörung die Bande zwiſchen Heer und Feld⸗ herrn löſen.“

„Gebe der Himmel,“ ſprach die Gräfin halb ſeufzend,

„daß der Plan gelinge, daß ſo viele Opfer nicht vergebens

ſein mögen!“

„Was wird geopfert werden,“ entgegnete Ochalskoi,„als einige wenige Dörfer und Städte, die gegen den ungeheuren Raum unſres Reiches verſchwinden! Und denen, welche verlieren müſſen, wird es die Gnade des Kaiſers reichlich erſetzen.“

„Doch wo bleibt Feodorowna?“ fragte Dolgorow, wel⸗ cher ſchon mehrere Male unruhig nach der Thüre geblickt hatte.„Geht hinüber,“ gebot er einem Diener, welcher an der Thüre ſtand, um jedes Winkes gewärtig zu ſein,„und meldet der Gräfin Feodorowna, daß uns ihre Gegenwart im Saale ſehr erwünſcht ſein werde.“ Der Diener ging, kam jedoch nach einigen Minuten zurück und berichtete, es ſeien Mädchen aus dem Dorfe auf dem Zimmer der Grafin.