Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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gegnete Gregor lächelnd.„O Herr Graf, ſchon dreißig Jahre wohne ich unter Eurer Herrſchaft auf dieſem Gute, und noch kennt Ihr mich ſo wenig. Euer Vater—“

„Es iſt genug,“ unterbrach ihn Dolgorow finſter.„Ich hoffte mit Güte zum Ziele zu kommen, Euer Eigenſinn treibt mich zur Gewalt. Wohl denn, Ihr mögt Euern Willen haben, und Feodorowna mag verſuchen, ob ſie die Macht hat, dem Vater zu widerſtreben, der ihre Vermäh⸗ lung unwiderruflich beſchloſſen hat.“

„Die Wahl ihres Gatten hängt von Euch ab,“ er⸗ widerte Gregor;„doch frei iſt ihr Wille, wenn ſie Jung⸗ frau bleiben und den klöſterlichen Schleier nehmen will, denn ſie iſt eine Freigeborne, nicht Eure Leibeigene.“

„Sie iſt—“ fuhr der Graf, durch Gregors unerſchüt⸗ terliche Ruhe noch mehr erbittert, wild auf, hielt aber plötz⸗ lich wieder inne, da eben die Thüre ſich öffnete und die Gräfin eintrat.„Wir reden morgen weiter davon,“ ſprach er ſchnell, doch leiſe, und ging ſeiner Gemahlin entgegen. Mit der Gewandtheit des Hofmannes wußte er jede Leiden⸗ ſchaft ſeiner Bruſt durch ein heiteres, wohlwollendes Ange⸗ ſicht zu verhüllen. Auf die ungezwungenſte Weiſe redete er die Gräfin an:„Nun, Liebe, ſein Sie willkommen in die⸗ ſen wohlbekannten Hallen. Ich denke, die mancherlei Sor⸗ gen, welche uns auch jetzt bewegen, ſollen es doch nicht hin⸗ dern, daß wir auf einige Tage recht heimiſch hier werden, denn länger wird mich und unſern Gaſt die Pflicht hier nicht verweilen laſſen.“

„Ich hoffe es gleichfalls,“ entgegnete die Gräfin,„ob⸗ wol mein Herz der Zukunft nicht fröhlich entgegenſchlägt. Denn was werden die nächſten Monden, die ſonſt nur das Schöne bringen, Furchtbares für unſer Vaterland gebären!“

„Dafür, hoffe ich, wird der Winter, der ſonſt ſo rauh

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