Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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allein ſie widerſtrebt mir und ſucht ſich durch den thörichten Entſchluß, das Kloſter zu wählen, meinem väterlichen Be⸗ fehle zu entziehen. Ihr, Gregor, habt den meiſten Einfluß auf ihr Herz; von Euch erwarte ich es, daß Ihr ſie zum Gehorſam zurückführt.“

Der Prieſter wollte antworten, doch Dolgorow unter⸗ brach ihn:„Laßt mich endigen, Vater. Ihr wißt vielleicht nicht, was ich in dieſen verhängnißvollen Zeiten dem Dienſte des Vaterlandes geopfert habe. Der dringende Trieb, an wichtigen Standpunkten zu ſtehen, Ehrenſtellen und Amter zu erlangen, durch die ich Theil hatte an der Leitung der Weltgeſchicke, ließ mich Alles daran ſetzen. Mein anſehn⸗ liches Vermögen iſt zerrüttet, und noch bin ich nicht an dem Ziele, wo ſich dieſe Aufopferungen vergelten. Die Vermäh⸗ lung meiner Tochter mit dem Fürſten würde mich dahin führen; nicht nur ſein unermeßlicher Reichthum, ſondern auch ſeine mächtigen Verbindungen gewähren mir die Mittel dazu. Ja, ich bin ihm ſchon ſo verpflichtet, daß ich mich nur durch ihn in der Stellung erhalten kann, die ich jetzt behaupte. Es gilt das Glück, die Ehre ihres Vaters; Ihr werdet Feodorownas Pflichten jetzt richtig zu erkennen wiſſen. Euch vertraut ſie; von Euch, frommer Vater, erwarte ich Hülfe. Ich könnte ſie zwingen; doch ich möchte gern das Außerſte vermeiden. Auch fürchte ich, der Stolz des Für⸗ ſten würde ſich weigern, eine Gattin aufzunehmen, die nicht Bitte, ſondern Befehl in ſeine Arme führt. Denn er liebt Feodorowna!“

Gregor ſchwieg einige Augenblicke, dann antwortete er ſanft, doch feſt:„Es thut mir wehe, wenn Vater und Tochter in Zwieſpalt leben; allein ich kenne das Herz Feo⸗ dorownas, es iſt edel, groß, ſanft und gut. Hat ſie es

heiligen Dingen zugewendet, will ſie wirklich abſcheiden aus