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ſich gleichfalls auf ihre Gemächer, um ſich umzukleiden; der Fremde wurde in die zur Aufnahme der Gäſte beſtimmten Zimmer geführt.
Gregor trat in den Saal ein, woſelbſt der Graf ihn geheißen hatte ſeiner zu warten. Länger als zwei Jahre war es her, daß er dieſe Räume des Schloſſes nicht betreten hatte. Der Saal, in welchem er ſich befand, war in einem alterthümlichen, ſeltſam gemiſchten Stile erbaut. Vier hohe gothiſche Bogenfenſter ſahen auf die Landſchaft nach dem Strome zu hinaus, ſodaß der glühend gefärbte Abendhim⸗ mel ſeinen goldenen Widerſchein in die gewölbte Halle warf. Die Wände waren mit Säulen von ſchwarzem Marmor geziert; zwiſchen dieſen hingen lebensgroße, in alterthümliche Rahmen gefaßte Bilder der Vorfahren der gräflichen Fami⸗ lie. Die Täfelung des Fußbodens war von Holz; eben ſo die Pannelwerke, nach dem Geſchmack aus den Zeiten Lud⸗ wigs XIV., mit goldenen Leiſten geziert. Zwei alterthüm⸗ liche Kronleuchter hingen von der Wölbung der Decke herab; rings an den Wänden ſtanden große, doppelarmige Cande⸗ laber. Das Ganze zeugte von Pracht und Reichthum, hatte aber doch einen düſtern, faſt ſchauerlichen Anſtrich, der es bewirkte, daß ſogar die Landſchaft und der Himmel, wie beide in den gothiſchen Rahmen der Bogenfenſter ſich dar⸗ ſtellten, einen herbſtlich traurigen Charakter gewannen, ob⸗ wol man ſich im Juni, dem eigentlichen Frühlingsmonat dieſer Gegenden, befand.
Gregor nahm auf einem der alterthümlichen Lehnſeſſel, welche im Saale ſtanden, Platz; er überließ ſich ſeinen ern⸗ ſten, trüben Gedanken. Vierundſiebenzig Jahre habe ich gelebt, dachte er, und mein Wirken war fromm und fried⸗ lich; denn keine bösartige Gewalt bedrohte die Heiligthümer,
die meiner Obhut anvertraut waren. Und jetzt, in den ſpi⸗
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