er aber damit beſchäftigt war, hörte man einen fernen dum⸗ pfen Knall.
Bianca fuhr zuſammen.„Was bedeutet das?“ fragte ſie.
„Ihr werdet's gleich hören,“ rief der Poſtillon und nahm die Stellung eines Aufhorchenden an.„Da habt Ihr's! Sagt ich's nicht? Es iſt eine zweite Lawine.“ Der Knall ließ ſich verſtärkt zwei, dreimal raſch hintereinander hören, dann folgte ein lang anhaltendes ſchollerndes Getöſe, wie wenn eine große Laſt von Steinen in den Abgrund rollte. Es kam immer näher; jetzt raſſelte es dicht über den Häuptern der Lauſchen⸗ den, als ſollte die Decke der Gallerie eingeſchmettert werden. Bianca ſchmiegte ſich ängſtlich an Margarethen an; auch die Männer verriethen Schrecken durch ihre erblaſſenden Wangen. Der Poſtillon aber lachte und rief:„Hier regnet's nicht durch!“ — Das Getöſe nahm nach und nach ab und verlor ſich dann in ein dumpfes Sauſen in der Tiefe, als ob ein ferner Strom wild über Felſentrümmer dahinbrauſe.
„Hab' ich nicht Recht gehabt?“ fragte der Poſtillon. „Wenn uns nicht zum Glück der Ausweg verſperrt geweſen äre, ſo möchten wir jetzt ſchwerlich den Eingang wieder⸗ finden.“
Bianca dankte Gott durch ein ſtummes Gebet, daß Lud⸗ wigs großmüthiges Wageſtück vereitelt worden war.
Indeſſen hatte der Poſtillon die Deichſel ausgehoben und band mit Pauls Hülfe eine Ortſcheide gegen den Bruch der⸗ ſelben. Als ſie auf dieſe Art hinlänglich in Stand geſetzt war, um damit den lockern Schnee zu durchbohren, machten ſich Beide auf, um an dem thalwärts gerichteten Ende der Gallerie eine Offnung ungefähr wie einen Schornſtein, durch⸗ zuarbeiten. Ludwig und die Damen folgten ihnen, denn der Erfolg war zu wichtig für ſie, als daß ſie nicht die Arbeit fortwährend hätten beobachten ſollen. Das Offnen eines Lufft⸗


