Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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„Was fangen wir jetzt an?“ fragte er, erſchrocken, ſich in der Höhle als Gefangener zu wiſſen. „Was wir anfangen? Wir gehen zurück zu den Damen,

denn hier können wir nicht heraus, bis wir herausgeholt wer⸗ den,“ erwiderte der Poſtillon.

„Aber wird man uns befreien?“—„Pahl davor iſt mir nicht bange. Sie müßten taub ſein in Sempione und im nächſten Poſthaus, wenn ſie dieſe Lawine nicht gehört hätten. Und wenn ich Morgen früh nicht mit meinen Pferden zu⸗ rück bin, ſo ſuchen ſie ſchon nach, wo ich ſtecke.“

Etwas beruhigt durch dieſe Antwort trat Ludwig den Rückweg zu den Damen an und berichtete ihnen, in welcher Lage man ſich befinde. Bianca hörte ihn mit banger Seele an, doch mit ergebenem Gemüth richtete ſie das Auge em⸗ por und ſprach:„Wir müſſen dulden, was Gott uns ſendet; er ſelbſt will jetzt unſer Geſchick entſcheiden. Es ſei denn— ich bin auf Alles gefaßt!“

Der Poſtillon, der nichts Außerordentliches in dem Falle ſah, wollte ſie beruhigen.„Es hat keing Noth„ S man wird uns ſchon herausholen, morgen Mittag ſind friſch und geſund in Brieg, darauf verlaſſen Sie ſich. Indeſſen wollen wir doch ſuchen, ein Zeichen zu geben. So viel Luft werden wir uns wol durch den Schnee machen können, daß der Knall einer Muskete ins Freie fahren kann. Wenn ſie uns im Poſthauſe hören, das keine halbe Stunde mehr von hier entfernt iſt, ſo läuten ſie die Nothglocken, und mit Tagesanbruch werden Leute genug hier ſein, um uns herauszugraben. Denn höher als funfzehn bis zwanzig Fuß

bleibt der Schnee auf der ſchmalen Straße nicht liegen.“

Nach dieſen Worten machte der muntere, gewandte Ita⸗ liener ſich gleich daran„um die Deichſel auszuheben, mit der er ſich ein Luftloch durch den Schnee bohren wollte. Indem