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„Beil und Stricke liegen im Kaſten unterm Bock,“ erwiderte Paul, öffnete denſelben und nahm das Beil heraus.
„So komm, mein Freund,“ ſprach Ludwig feſt zu dem Poſtillon;„der Bediente mag bei den Damen bleiben.“
„Nun ſo möge St. Borromäus uns beiſtehen,“ rief der Poſtillon halb ſeufzend, halb verdrießlich.
Paul trat vor:„Wenn Jemand gehen ſoll, Herr Graf, ſo bin ich es. Sie ſelbſt bleiben dann zum Schutze der Da⸗ men zurück.“
Bianca war unſchlüſſig, ob ſie Ludwig bitten ſollte, das Wageſtück zu unterlaſſen. Doppelte, gleich mächtige, aber nander widerſtreitende Pflichten und Gefühle kämpften in -rrer Seele. Seine Entſchiedenheit ließ ihr keine Wahl. „Ich gehe ſelbſt,“ rief er mit freudigem Tone,„es bt, wie ich geſagt habe.“
Mit dieſen Worten ergriff er die Laterne und ſchritt s. Der Poſtillon folgte ihm.
„Gott möge Dich beſchützen, mein Bruder,“ rief ihm Bianca nach.
Der Poſtillion nahm ihm jetzt, als des Weges kundi⸗ ger, die Laterne aus der Hand. Kaum waren ſie funfzig Schritte gegangen, als er rief:„Santo Borromeo! Ich glaube, die Gallerie iſt geſperrt! Seht nur, Signore! der Ausgang iſt ja ganz mit Schnee verrammelt. Die Lawine muß ſich getheilt haben und von beiden Seiten der Gallerie herabge⸗ ſtürzt ſein. So ſitzen wir wie die Maus in der Falle. Denn daß die Thür hinter uns zuſchlug, haben wir, Gott ſei's ge⸗ klagt, nur zu deutlich gemerkt!“
Es war, wie der Poſtillon es ſagte. Wenige Schritte vorwärts reichten hin, um Ludwig zu überzeugen, daß der Ausgang völlig verſchüttet war.


