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ten Muthmaßung bewußt wurde, richtete Bianca die ängſt⸗ liche Frage an ihn:„Aber wo iſt— um des Himmels willen—“ Ludwig errieth, was ſie wollte, und unterbrach ſie durch die Nachricht, daß der Diener keinen Schaden genom⸗ men habe. Indem kam dieſer mit dem Poſtillon heran. Bianca machte eine raſche Bewegung ihm entgegen; der Die⸗ ner verbeugte ſich mit Ehrfurcht und ſprach ernſt:„Ich freue mich, daß die gnädigſte Herrſchaft keinen Schaden ge⸗ nommen hat; auch ich bin der Gefahr noch glücklich genug entgangen.“
Man ſah in Bianca's Zügen, daß eine ſeltſame Bewe⸗ gung in ihrem Innern vorging; ſie ſchien auf das Heftigſte mit einem Wunſche zu kämpfen, den ſie ſchwer bezwang. Der alte Diener war jedoch nicht ſonderlich aufmerkſam auf 3 ſie und meinte kurz abbrechend:„Jetzt müſſen wir vor allen Dingen ſehen, was der Wagen für Schaden genommen hat.“ Dabei ergriff er die Laterne und leuchtete damit gegen die Achſen.
Bianca ſprach matt:„Ich kann mich noch gar nicht faſſen,— ich weiß ja auch noch nicht, was uns begegnet iſt, und wo wir jetzt ſind.“ Dabei neigte ſie ſich zärtlicher gegen die Bruſt ihrer Begleiterin, die jedoch ungleich kälter und gemeſſener gegen ſie war, als ob ſie ſehr auf ihrer Hut ſei, die Schranken des Standesverhältniſſes vorwitzig zu überſchreiten.
Ludwig erklärte in wenigen Worten, was vorgegangen war, und wo man ſich befinde.
„Der Wagen iſt nicht viel beſſer als in tauſend Stücke zerſchellt,“ berichtete jetzt der Poſtillon, der gemeinſchaftlich mit Paul, dem Diener, die Räder und Achſen unterſuchte. „Die Herrſchaft wird wol ein wenig ausſteigen müſſen.“
Ludwig half den Frauen aus dem Wagen.„Wir


