Lichts erhellt wurde.
— 23—
ihre Hand leiſe gegen ſeinen Arm, um ihm ein Zeichen zu geben, daß er ſich nicht vergeſſen möge. 4
Ludwig zog das Papier aus der Bruſttaſche und reichte es hin. So wenig hier eine Entdeckung zu fürchten war, ſo bewirkte das Bewußtſein ſeiner Lage doch, daß ihm der Puls raſcher ging. Bei Tage würde ein aufmerkſamer Be⸗ obachter die Unruhe in ſeinen Zügen bemerkt haben; er war an Abenteuer dieſer Art noch nicht gewöhnt.
Der Ofſizier ging mit dem Paß ins Haus; nach fünf Minuten kehrte er zurück und übergab ihn Ludwig mit den Worten:„Votre serviteur, Monsieur le comte¹“
„Vorwärts!“ rief der alte Diener, rollte fort über die Brücke auf den Waſſerſturz zu. Das Donnern deſſelben betäubte das Ohr, die weißen ſtäubenden Wolken umhüllten den Wagen wie mit dichtem Nebel. Plötzlich waren ſie verſchwunden, und dichte Finſterniß be⸗ deckte die Reiſenden; das Getöſe des Waſſerfalls und des Stroms vernahm man nur noch ganz dumpf.
„Wo ſind wir?“ fragte Biancc
„Ich glaube im Gewöl welche die Straße führt.“
„Das iſt die Gallerie von Friſſinone,“ ließ ſich die Stimme des Poſtillons vernehmen, der ſich nicht wenig dar⸗ auf einbildete, die Schrecken und Wunder dieſer Straße ge⸗ nau zu kennen und ſie franzöſiſch namhaft zu machen.
Weder Bianca noch Ludwig hatten, da ihr Blick an dem Waſſerſturz hing, bemerkt, daß man in ein Felſenthor eingefahren war. Der Wagen rückte langſam in dem Ge⸗ wölbe vor, das auch nicht durch den leiſeſten Schimmer des Plötzlich aber fiel ein dämmernder erſtaunt ſahen die Reiſenden auf⸗ ge ſchimmernde Sterne, die aber
und der Wagen
be einer der Gallerien, durch
Schein von oben herab; wärts und erblickten eini


