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ternden Verhältniſſe führen auch den Einzelnen oft in ver⸗ hängnißvolle, ſeltſame Lagen. Eine ſolche iſt die meinige. Schon gab ich mich verloren, ach und ich zitterte für ein theureres Gut als mein Leben, als der Himmel Sie zu meinem Retter ſandte. Werden Sie mir aber Ihren Bei⸗ ſtand auch ferner leiſten wollen?“
„Bis zu meinem letzten Athemzuge,“ rief Ludwig faſt heftig.— Verſprechen Sie nichts,“ entgegnete die Unbekannte unterbrechend,„bis Sie wiſſen, was ich von Ihrer großmü⸗ thigen Geſinnung erbitten muß. Sie würden noch länger für meinen Bruder gelten, mich bis nach Deutſchland als ſolcher in unaufhaltſamer Neiſe begleiten müſſen! Und— es iſt nicht ohne Gefahr für Sie!“
Ludwig wies mit einem faſt unwilligen Stolz den Ge⸗ danken zurück, als könne irgend eine Gefahr ihn zurück⸗ ſchrecken.
„Das wußte ich wohl und mußte es Ihnen zutrauen,“ entgegnete die Unbekannte;„aber noch ein ſchwereres Geſtänd⸗ niß habe ich Ihnen zu thun. Ich werde undankbar, ich werde niedrig argwöhnend vor Ihnen erſcheinen müſſen; denn ich muß Ihre Hülfe anflehen, ohne Ihnen mein Geheimniß vertrauen zu dürfen, weil es nicht das meinige iſt. Andere haben heiligere Rechte daran, und mich binden die ſtrengſten, unerläßlichſten Pflichten. Kaum mehr, als Sie ſchon errathen haben müſſen, darf ich Ihnen enthüllen denn daß ich nicht die Gräfin Wallersheim, daß ich nicht einmal eine Deutſche bin, kann Ihnen nicht verborgen geblieben ſein.“
„Aber mit welchem Namen darf ich Sie nennen? Wird Ihr Geſchick Sie mir auf ewig verhüllen?“ fragte Ludwig nicht ohne ſchmerzliche Betonung.—
„Nein, ich hoffe es nicht,“ entgegnete ſeine Begleiterin ſanft;„und bis dahin nennen Sie mich Schweſter, Wanca,
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