Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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konnte. Einigemal glaubte er ſpaniſche, dann wieder pol⸗ niſche Wortformen zu hören. Der Wagen rollte jetzt wie⸗ der raſcher dahin, und das Geſpräch war abermals unter⸗ brochen. Indeß mußte bald das fortwährende Anſteigen der auf der italieniſchen Seite ungleich ſteileren Simplonſtraße beginnen; Ludwig ſetzte daher ſeine Wünſche um Enträth⸗ ſelung dieſer Geheimniſſe bis dahin aus.

Man erreichte eine freie Höhe, wo der Weg ſich ſo bog, daß man noch einmal den Blick auf Italien zurückwerfen konnte. Das romantiſche Land lag in der Purpurglut der Abendröthe da; die dunkeln, waldigen Vorgebirge der Alpen ſtreckten ſich weit in die blühenden Ebenen hinein; ſchäumende Bäche zogen ſilberne und goldene Straßen durch die Thäler; das weiße, glänzende Städtchen am Fuße des Gebirges leuch⸗ tete hell auf dunkelm Grunde; die Ferne verſchwand in pur⸗ purner Dämmerung und ließ keine deutlichen Umriſſe mehr erkennen.Leb wohl! ſprach Ludwig bewegt. Auch ſeine Gefährtin wandte das ſchöne Antlitz noch einmal dem Eden zu, das ſie verlaſſen mußte, eine ſanfte Rührung verklärte ihre Züge; die Lippen ſchienen über eine Thräne zu lächeln, die den blauen Kryſtall des Auges plötzlich mit feuchtem Schimmer überglänzte.Leb wohl, wiederholte ſie mit ſüßem Wohllaut und winkte leicht mit der Hand hinüber. Es war ein bewegter, aber kein tief ſchmerzender, kein zer⸗ reißender Abſchiedsgruß. Da die Straße nunmehr ganz ſteil anſtieg, ſodaß der Wagen ſich nur langſam fortbewegte, trat endlich der Augenblick ein, wo ſich Ruhe genug zu einem Geſpräche fand. Ludwig wollte nun ſeine Frage über das ſeltſame Ereigniß wiederholen, als ſeine Gefährtin ſchon unaufgefordert begann:

Sie müſſen ganz erſtaunt ſein über Das, was Ihnen begegnet iſt; doch die jetzt alle Länder und Völker erſchüt⸗

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