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genüberſitzenden Begleiterin an die Bruſt, umfaßte ſie mit beiden Armen, verbarg das Haupt an ihrer Schulter und brach in einen unaufhaltſamen Strom von Thränen aus.
Die ältere Begleiterin, obgleich ſie in ihrer ganzen Hal⸗ tung etwas Kaltes, Gemeſſenes hatte, ſchien jetzt doch auch bewegt. Sie ſuchte indeſſen die Weinende zu beruhigen, be⸗ diente ſich aber dabei einer fremden Sprache, die Ludwig nicht verſtand und ſie auch nicht für undeutlich ausgeſpro⸗ chenes Engliſch halten konnte. Die Unbekannte richtete ſich wieder auf, ſchlug den Schleier zurück, um freier Luft zu ſchöpfen, richtete ihr blaues Auge gen Himmel und fal⸗ tete die Hände über der Bruſt zu einem ſtummen Dankge⸗ bet. Ludwig, der ſich gleichfalls im Innerſten bewegt fühlte, wollte ihre heilige Rührung nicht unterbrechen und ſah ſie lange und erſtaunt an. Sie erwiderte den Blick mit offe⸗ ner, reiner Geſinnung:„Wie ſoll ich Ihnen je vergelten!“ ſprach ſie.„Vergelten?“ entgegnete Ludwig lebhaft, aber mit inniger Betonung.„Das Schickſal bereitet mir auf die wunderbarſte Weiſe ein Glück, das ich niemals zu träumen gewagt hätte, und Sie ſprechen von Vergeltung? Etwa weil ich von Ihren Lippen den ſüßen Namen Bruder hörte? Was habe ich denn für Sie gethan? Ich weiß nur, daß Sie einem Fremden, Unbekannten plötzlich, wie eine Göttin aus himmliſcher Höhe, das überſchwenglichſte Glück bereitet ha⸗ ben!“—„O Sie wiſſen nicht“, entgegnete ſie,„was Sie für mich gethan durch Ihr ſchnelles und gewagtes Ver⸗ ſtehen!”“— Sie wollte fortfahren, doch wurde ſie durch den alten Diener unterbrochen, der ſich umſah und einige fremd⸗ artige Worte zu ihr ſprach, die ſie ebenfalls in einer Ludwig völlig unbekannten Sprache erwiderte, und über welche er auch, da nur ſo wenige, noch dazu faſt unverſtändlich leiſe Worte gewechſelt wurden, gar keine Muthmaßung gewinnen


