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ſich durch eine Frage den Zuſammenhang des höchſt ſeltſamen Abenteuers erklären zu laſſen, lehnte ſie durch einen ſtum⸗ men, ängſtlichen Wink ab. Er blieb daher einige Minuten lang ganz ſeinen eigenen Vermuthungen überlaſſen. In die⸗ ſer Zeit fand er eine mögliche Auflöſung des Räthſels, wenn auch nicht die wahre. Aller Wahrſcheinlichkeit nach war ſeine Begleiterin eine Engländerin, vielleicht die Tochter eines Mannes von Bedeutung. Der neuausbrechende Krieg hatte Haß und Wachſamkeit der Franzoſen gegen die Einwohner dieſes Landes verdoppelt; ſie war daher muthmaßlich aus po⸗ litiſchen Gründen genöthigt, ſich der Liſt zu bedienen, um ein Land zu verlaſſen, das im Beſitz der Feinde ihres Vater⸗ landes war, in dem man ſie ſelbſt vielleicht als Geiſel betrach— ten und verhaften konnte. Ludwigs Herz ſchlug daher heftig vor Freude, daß die wunderbarſten Fügungen des Zufalls gerade ihn erſehen hatten, um einem Weſen, deſſen ſüßer Reiz ihn ſo mächtig gerührt, ihn ſo lange in zarten, aber unzer⸗ reißbaren Feſſeln gehalten hatte, dieſen rettenden Dienſt zu erweiſen. Er richtete ſeinen Blick auf ſie; ſie ſaß ſichtlich zitternd, beklemmt athmend neben ihm. Endlich verſchwan⸗ den die letzten Häuſer an der Seite des Weges, die Umge⸗ gend wurde einſam. Eine ſteil aufſteigende Strecke des We⸗ ges nöthigte den Poſtillon, der aus dem Sattel fuhr, ſeinen
raſchen Trott in Schritt zu verwandeln, ſodaß das betäu⸗
bende Naſſeln des Wagens aufhörte. Da ergriff die ſchöne Verſchleierte mit raſcher Heftigkeit Ludwigs Hand, drückte ſie warm und innig mit ihren beiden und ſprach flüſternd aus beklommener Bruſt:„Sie ſind mein Retter! Der Netter des Theuerſten, was ich auf dieſer Erde beſitze!“ Und wie erſchöpft von der tödtlichen Angſt, von dem langen Zurück⸗ preſſen der heftigſten Empfindungen in ihrer Bruſt, ſtieß ſie ſchwer aufathmend ein gepreßtes Ach! aus, ſank der ihr ge⸗


