Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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nach Sempione zu ſenden, um Sie von dem Hinderniß zu benachrichtigen. Indeſſen muß ich Sie doch warnen, ſich nicht wieder von der Seite der Comteſſe zu entfernen, da die Befehle, ſo weit unſere Bezirke reichen, überall von der Art ſind, daß Sie leicht eine neue, ähnliche Unannehmlichkeit er⸗ fahren würden. Sind Sie erſt über die ſchweizeriſche Grenze, ſo hört unſere Autorität freilich auf, und Sie werden mit freier Bequemlichkeit reiſen können.

Ludwig ſtand ſtumm vor Erſtaunen, zumal da der alte Diener vom Bock abgeſtiegen war, ihm ohne Umſtände die leichte Reiſetaſche, die ihm über die Schulter hing, abnahm, ſie, in den Wagen legte und ihn fragte, ob es ihm gefällig ſei einzuſteigen. Verwirrt ſagte er dem Offizier einige höf⸗ liche Worte und reichte ihm die Hand zum Abſchiede. Der Diener ſchlug den Tritt des Wagens vollends herunter, der höfliche Franzoſe war der jungen Dame, die ſich jetzt dicht in ihren grünen Schleier gehüllt hatte, beim Einſteigen be⸗ hülflich, der Diener half Ludwig hinein, der Ofſizier ver⸗ neigte ſich tief, wiederholte ſein bon voyage, Ludwig nahm, faſt ohne zu wiſſen, was er that, an der Seite ſeiner räth⸗ ſelhaften Unbekannten Platz denn die Duenna hatte be⸗ ſcheiden den Rückſitz eingenommen, und der Wagen raſſelte dahin.

Zweites Capitel.

So lange man durch die Gaſſen des Städtchens fuhr und belebte Häuſ er am Wege ſtanden, beobachtete die ſchöne Verſchleierte das tiefſte Schweigen, und den Verſuch Lud wige