Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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wandte ſie ſich zu dem Ofſizier zurück, nahm ihm das Pa⸗ pier aus der Hand und reichte es Ludwig, indem ſie franzö⸗ ſiſch ſagte:Dieſer Herr will unſern Paß nicht gelten laſſen, weil Du nicht bei uns warſt. Das kommt von Deinen ro⸗ mantiſchen Seitenwegen, lieber Bruder! Sie ſind Graf Wallersheim, ſetzte ſie leiſe deutſch hinzu.

Wie überraſcht und beſtürzt Ludwig durch das ſeltſame Abenteuer war, ſo begriff er doch ſchnell genug ſo viel da⸗ von, daß er es hier in der Gewalt habe, dem reizenden We⸗ ſen, das ängſtlich, mit Thränen in den Augen vor ihm ſtand, einen wichtigen Dienſt zu leiſten. Er ging daher, ohne ſich zu bedenken, auf die Liſt ein und entgegnete:Beruhige Dich, liebe Schweſter, ich werde ſchon mit dem Herrn ſprechen. Hierauf wandte er ſich zu dem Offizier, und um Zeit zu gewinnen und einigermaßen das Verhältniß kennen zu lernen, ſagte er ihm:Ich muß Sie ſchon bitten, mein Herr, mir Ihre Bedenklichkeiten gegen unſern Paß zu wiederholen; Sie wiſſen wohl, daß Damen in ſolchen Angelegenheiten zu un⸗ erfahren ſind.Von dieſem Augenblicke an, entgegnete der Ofſizier,habe ich nicht die mindeſten Bedenklichkeiten mehr. Sie waren aber im Paß als der Begleiter Ihrer Grä⸗ fin Schweſter genannt, jedoch nicht zugegen. Er mußte mir daher unrichtig ſcheinen. Zwar ſagte mir die Gräfin ſogleich, daß Sie ſich nur auf kurze Zeit entfernt hätten, um einen romantiſchen Seitenweg zu Fuß zu machen, und daß Sie den Wagen jenſeit der Stadt wieder treffen würden; allein unſere Befehle ſind für die Grenzorte, wie Duomo d'Oſſola, ſo ſtreng, daß ich gezwungen geweſen ſein würde, die junge Dame zu bitten, ſo lange hier zu verweilen, bis Sie, Herr Graf, als der eigentliche Inhaber des Paſſes ſich eingeſtellt hätten. Sein Sie aber verſichert, daß ich es für meine Pflicht gehalten haben wuͤrde, einen meiner Leute auf die Straße

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