Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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länderin verrieth, geſprochen. Er fühlte, daß er erröthete, und hob daher das Auge nur ſcheu zu der Sprechenden empor, die eben, was ſie ſchon früher, als Ludwig herantrat, thun wollte, den Schleier unbefangen zurückſchlug. Als er das holde Antlitz ſo plötzlich unverhüllt erblickte, brachte der milde Glanz ihrer Schönheit ihn in die äußerſte Verwirrung. Es war ihm, als ſei plötzlich eine Heilige vor ihn getreten, ſo durchdrang ein Gefühl ſüßer Beklemmung und Ehrfurcht ſeine Bruſt. Ihr blaues Augenpaar, von langen Wimpern beſchattet, weilte mit dem Ausdruck der Unſchuld und Güte auf ihm. Ein freundliches Lächeln ſchwebte ihr um die Lip⸗ pen, und ein ſo ſanfter, edler Reiz waltete in ihren Zügen, daß Ludwig von überwältigender Rührung unwiderſtehlich ergriffen wurde. Vergeblich ſuchte er ein Wort der Erwide⸗ rung; zu dem Erröthen der überraſchung geſellte ſich noch das der Verlegenheit. Als berühre der Widerſchein ſeiner Glut das Antlitz der Unbekannten, überflog auch ihre Wangen jetzt ein flüchtiger Roſenſchimmer; ſie verbeugte ſich, freund⸗ lich, aber befangen grüßend. Der Herr neben ihr zog ſeinen Hut ab, und der Wagen raſſelte davon. Beſtürzt folgte ihm Ludwig mit unverwandten Blicken und bemerkte es kaum, daß noch eine zweite, ältere Dame, ebenfalls in männ⸗ licher Begleitung, den andern Wagen beſtieg und an ihm vorüberfuhr. Sein Auge heftete ſich an den grünen Schleier, den er jetzt im Winde flattern und ferner und ferner verſchwin⸗ den ſah. Lange ſtand er ſo, bis die letzte Spur der Wagen verſchwunden, bis die Staubwolke, die ſich hinter ihnen er⸗ hob, wieder gefallen war. Es war ihm, als habe er ge⸗ träumt! Das holde Bild verließ ihn nicht mehr. In ganz Italien ſuchte er es auf; doch umſonſt. Trat es auch vor der Fülle der reizenden Gegenſtände, die ſein be⸗ geiſterter Sinn mit allem Feuer der Jugend in ſich auf⸗