Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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demſelben Augenblicke, wo Ludwig ſie zu erreichen hoffte, ihm ganz entriſſen werden? Zu lange hatte ſeine Phantaſie ſich mit dem reizenden Abenteuer beſchäftigt und ſich romantiſche Zauberſchlöſer gebaut, als daß er dieſen Raub an ſei nem eingebildeten Glück ſo leicht hätte ertragen können. Faſt beſtürzt, eilte er haſtig vorwärts; nur einmal wollte er das Antlitz des lieblichen Genius ſehen, der ihn an wunderbaren Zauberfäden in das Land der Künſte und der Schönheit ein⸗ geführt hatte. Dennoch wäre ſein Beſtreben vergeblich gewe⸗ ſen, hätte nicht ein Zufall, in dem er einen neuen Wink des Schickſals erkennen wollte, ihm Beiſtand geleiſtet. Plötz⸗ lich ſah er nämlich, trotz ſeiner Eile, etwas Glänzendes im Wege liegen. Es war ein Armband mit einem goldnen Schloß. Entzückt hob er es auf, weil dieſer Fund ihm die Veranlaſſung bot, den Wagen, der ſchon davonzurollen drohte, ein lautes Halt! nachzurufen. Zugleich winkte er mit der Hand zum Zeichen, daß er etwas wolle. Die Führer, welche die Reiſenden begleitet hatten, wandten ſich um und kamen ihm entgegen; er aber eilte haſtig an ihnen vorüber und an den Wagen, wo die verſchleierte Dame ſaß.Sollte ich ſo glücklich ſein, redete er ſie in der Gewohnheit, ſeine Mutterſprache zu gebrauchen, deutſch an, obgleich er ſie fort⸗ dauernd für eine Engländerin gehalten hatte;ſollte ich ſo glücklich ſein, Ihnen ein verlorenes Gut zurückſtellen zu kön⸗ nen? Dabei reichte er ihr das Armband dar. Die junge Dame warf einen überraſchten Blick auf den Finder und dann auf die eigene Hand, wo ſie erſt jetzt die leere Stelle entdeckte.Es iſt in der That das meinige, erwiderte ſie; nich danke Ihnen ſehr. Der Klang dieſer Worte über⸗ raſchte Ludwig auf ganz eigene Weiſe, denn ſie wurden zwar geläufig und mit ungemeinem Wohllaut, aber doch mit Bei⸗

miſchung eines fremdartigen Accents, der ſogleich die Aus⸗ 1 1*x**