das er ſelbſt belächeln mußte, welches ihn aber dennoch mit einem unwiderſtehlichen Reiz antrieb, ihr ſo raſch als mög⸗ lich zu folgen, obgleich es Anfangs ſeine Abſicht geweſen war, einen Tag im Hospitium zu verweilen. Ein junger, rüſtiger Wanderer, wie er war, mußte er, zumal abwärts, eine Karavane engliſcher, mit vielem Gepäck belaſteter Rei⸗ ſenden bald einholen. In der That entdeckte er auch ſchon nach wenigen Stunden bei einer Wendung des Thales, die einen weiten Blick abwärts geſtattete, den grünen Schleier, dieſes magiſch lockende Zeichen, nach dem ſein Auge ſpähte, tief unter ſich, wie er im Sonnenſchein aus der Ferne her ſchimmerte und leuchtete. Nunmehr blieb derſelbe das Ban⸗ ner der Hoffnung, unter dem er ſeinen Einzug in Italiens Fluren hielt; er folgte ihm mit unabläſſiger Anſtrengung, allein der vielfach gewundene Weg rückte ihm das Ziel ſeines Strebens bei jeder neuen Windung wieder aus dem Auge. Wie glücklich aber war er, wenn er nun die nächſte Bie⸗ gung erreicht hatte, und es dann näher vor ſich erblickte! So dauerte das neckende Spielwerk fort, bis er in die tie⸗ feren Regionen des Berges gelangte, wo der Pfad ebener, und zuletzt für die ſchmalen Gebirgswagen fahrbar wird. Jetzt war er den Wandernden ſo nahe, daß er ſie hätte anrufen können; der Weg ſchlug ſich noch einmal um eine ſcharf vorſpringende Felsecke; er eilte, ſie zu erreichen, und hoffte von nun an der Wandergenoſſe der Reiſenden zu wer⸗ den. Doch als er umbog, ſah er kaum hundert Schritte vor ſich ein mit Reben dicht umſponnenes Häuschen, vor deſſen Thüre zwei Seſſelwagen hielten, wie man ſich deren hier im Gebirge zu bedienen pflegt. Der Führer, welcher das Maul⸗ thier der holden Unbekannten geleitet hatte, half derſelben ſo⸗ eben abſteigen, und ein ältlicher Herr bot ihr ſofort den Arm, um ſie an den char à banc zu führen. So ſollte ſie in
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


