Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
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Schule geweſen. Denn kaum an dem Troſt der Wiſſen⸗

ſchaften vermochten damals deutſche Jünglinge von ernſterm Gemüthe ſich einigermaßen freudig emporzurichten, ſo nie⸗ derſchlagend war der Blick auf die Gegenwart, war die Aus⸗ ſicht auf die Zukunft. Ein Jahr lang hatte er nun ſein Vaterland nicht betreten, ſeit zwei Jahren Mutter und Schwe⸗ ſter nicht geſehen; denn von Heidelberg aus, wo er das letzte Jahr ſeiner Studien zubrachte, hatte er ſeine Reiſe angetre⸗ ten. Jetzt ſtand er wieder vor der ſchneebedeckten, rieſigen Grenzmauer, welche die ernſte deutſche Erde von den Fluren des heitern Italiens ſcheidet. Ach, wie ſchlug ihm das Herz nach Allem, was er jenſeit der Alpen liebte und verehrte, wie drängte es ihn nach den lieben Armen der Seinigen, nach den Heiligthümern des vaterländiſchen Herdes! Aber was er liebte, war in Trauer eingehüllt, was er verehrte, ſchmach⸗ voll entweiht! Darum ſcheute ſich ſein Fuß vor der Heimat, zu der doch das ganze Herz ihn ſehnend hinzog.

Mit dieſen Gefühlen in der Bruſt näherte er ſich dem freundlichen Städtchen, dem letzten Orte Italiens, der ihm ein Obdach gewähren ſollte. Ein Hügel zur Seite des We⸗ ges lockte ihn, denſelben zu beſteigen, um noch einmal, bevor die letzte italieniſche Sonne ihm unterginge, einen Scheideblick auf das ſchöne Land zu werfen, das ihm oft ſo ſchmeichelnden, ſüßen Troſt für die Schmerzen ſeiner Seele geboten hatte. Er ſchritt durch das duftende, friſch auf⸗ geſchoſſene, hohe Gras hindurch, geraden Weges dem Gipfel zu. Von oben ſah er mitten in das Städtchen hinein, das, wie ſtets im Süden, mit der Abendſtunde erſt recht belebt wurde. Auf den Feldern grünte Alles im reichſten, nicht einmal mehr im erſten Schmucke des Lenzes, während jen⸗ ſeit jener hohen Bergkoloſſe, die hinter der Stadt aufſtiegen, vielleicht die Blüthen noch im dumpfen Winterſchlaf lagen.