Teil eines Werkes 
1. Band, 1812 : ein historischer Roman : 1. Theil (1843)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

VI

A2

der Keule des Herkules ſpielen wollte; er vermochte die gigantiſche Maſſe nicht zu regieren, ſie wuchs ihm uͤber jedes Maß hinaus. Er ſchied alſo die Haͤlfte des Stof⸗ fes ab und beſchraͤnkte ſich auf die andere; aber auch dieſe wuchs ihm unter den Haͤnden, und trotz alles Kaͤmpfens ſah er endlich, daß er auch hier ſeinen erſten Vorſatz, in drei Baͤnden das Ganze zu bezwingen, auf⸗ geben, und vier Baͤnde fuͤllen mußte. Weſentlich aber hat das Buch nur drei Theile; nur daß der letzte, als der umfaffendſte, jetzt in zwei Haͤlften zerfallen iſt.

Wie Segurs wunderwuͤrdige, wenngleich geſchichtlich oft nicht getreue Darſtellung des ruſſiſchen Feldzuges dem Verfaſſer oftmals zum Vorbilde gedient hat; wie er der Schilderung dieſes Meiſters mit Abſicht bisweilen faſt woͤrtlich gefolgt iſt, liegt ſo offen da, daß er es kaum zu geſtehen braucht. Sogur aber, Geſchichtſchreiber der Thaten ſeines Volkes, hatte andere Rechte und Pflich⸗ ten als der deutſche Dichter. Dieſer durfte ſich uͤber den

Boden ſeines Vaterlandes empor in ein freies unbegrenztes

Reich der Unparteilichkeit erheben, von deſſen Hoͤhen herab der Ruhm des Siegers, die unterliegende Groͤße des weltgeſchichtlichen Caͤſars unſrer Tage, der Kampf und das Dulden ſeiner Helden, die ſich maͤchtig uͤber ein zerſchmetterndes Geſchick erhoben, der duͤſtere Untergang einer edlen Nation im Oſten, die goldnen Morgenroͤthen und Hoffnungen des deutſchen Vaterlandes, das ganze erhabene Walten und Weben der Allmacht in den Ge⸗ ſchicken der Voͤlker gleich nahe und fern vor dem dichteriſchen Auge lag. In dieſem Sinne alſo verſuchte der Verfaſſer, ſein Buch nicht in engerer, vaterlaͤndiſcher