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In einem Alter von ſechszehn Jahren legte Gaſparone die erſte Probe in ſeiner Mörderlaufbahn ab, indem er ſeinen Beichtvater ermordete, der ihn von einem Diebſtahle wegen obwaltender Umſtände nicht losgeſprochen hatte. Wohl ver⸗ ſtanden aber, als Bandit war er fromm, beichtete gehörig und glaubte feſt, daß die Abſolution des Prieſters und eine Bußverrichtung ihm Verzeihung ſeiner Sünden gewähren würde. Er betete den Roſenkranz, trug ein Skapulier auf der Bruſt, bezeigte der Madonna die lebhafteſte Ergebenheit und beging nie ein Verbrechen als mit den feſten Vorſatze, dafür eine Buße zu thun.
Nachdem ihn jener erſte Schritt auf die Bahn des La⸗ ſters geworfen hatte, wurde er eines Tags auf friſcher That betroffen. Gaſparone tödtete mit zwei Stilettſtößen zwei Soldaten, die ihn verhaften wollten. Sechs Karabiniers verfolgten ihn, er flüchtete ſich in die Gebüſche und vertheidigte ſich wacker; ſeine ſechs Feinde fielen unter ſeinen Streichen.
Von dieſem Tage an wurde Gaſparone berühmt. Er
ggeelangte an die Spitze einer Bande und ſammelte vierhundert
Mann unter ſeinen Befehl. An der Spitze dieſer Schaar durchzog der furchtbare
Hauptmann um's Jahr 1825 die päpſtlichen Staaten und p päpſtlich
die ganze neapolitaniſche Küſte, die ganze Gegend durch Raub, Plünderung und Mord mit einer bis dahin uner⸗ hörten Grauſamkeit verwüſtend.
Der Schrecken war allgemein. Oft hielt die Furcht Reiſende ganze Monate lang in Dörfern feſt, ohne daß


