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143 oder Abſcheu; ja, man verbindet mit einem ſolchen Banditen⸗ leben einen Begriff von Unerſchrockenheit und Tapferkeit. Die Weiber namentlich intereſſiren ſich leidenſchaftlich für die Perſonen, welche dem Streite die Stirne bieten und die Gefahr herausfordern.
Alle Welt, mit Ausnahme der geſetzlichen Feinde und pflichtſchuldigen Verfolger, zeigen ſich dem Banditen gewo⸗ gen. Man beſchützt ihn gegen den Gendarmen und bedauert ihn, wenn er unterlag. Er gilt nicht wie anderwärts für einen Feind der Geſellſchaft, ſondern iſt ein kühner Wagling, der Beiſtand und Theilnahme findet. Daher trifft die rö⸗ miſche Polizei bei der Verfolgung des Banditenweſens zahl⸗ reiche Hinderniſſe.
Dieſe Schwierigkeiten ſollen die Urſache der ohnmächtigen Verhandlungen der päpſtlichen Regierung mit den Banditen ſein, um mit denſelben eine Art Landfrieden abzuſchließen, den ſie nie halten, oder einen Waffenſtillſtand, der ihren Lei⸗ denſchaften zu fremd iſt, als daß er lange währen könnte.
Unter den neueren Banditen hat der berühmte oder be⸗ rüchtigte Gaſparone den Rang eines Helden gewonnen und in ſeiner Perſon vereint ſich der ſchlagendſte, wahrſte und le⸗ bendigſte Typus eines römiſchen Banditen.
Nachſtehende Notizen über ihn hat mir ein Kamerad Gaſparones mitgetheilt, der ſelber Bandit war, aber ſich von ſeinen„Geſchäften zurückzog“ und einen Jahrgehalt vom Staate annahm.


