142 kennen zu lernen. Faſt alle Mittheilungen, die man mir über ihre Anfälle und Unternehmungen machte, hatten für mich einen allzu großen Anſtrich von Unwahrſcheinlichkeit, als daß ich ſie für zuverläſſig annehmen konnte. Vielmehr ſprang die Erdichtung in allen Erzählungen über dieſe ge⸗ fürchteten Menſchen deutlich hervor.
Der Zufall war mir endlich günſtiger, als die eifrigſten Nachforſchungen.
Die Landbewohner um Rom haben in ihren Lebens⸗ gewohnheiten, ihren Zügen und ihrer Bildung mehrere Ver⸗ ſchiedenheiten, die ſie von der römiſchen Geſunkenheit zu ihrem Vortheile abſcheiden.
Ohne den wahren Muth zu kennen und ohne wirkliche Tapferkeit zu beſitzen, haben ſie eine gewiſſe Kühnheit, eine Verwegenheit, die unter guter Anführung wohl zu einem günſtigen Reſultate gedeihen könnte. Da ſie aber ganz und gar ſich ſelber überlaſſen ſind, ſo wendet ſich dieſe Kraft und Energie zum Ueblen. Eine aufgeklärte, verſtändige Regierung
wuürde aus dieſen Leuten gute Soldaten machen; unter den
urc.
8 ſchlimmen Einflüſſen, welche auf ſie einwirken, werden Räu⸗ ber aus ihnen. Es gibt Orte, wo dieſe verbrecheriſche Nei⸗
gung alle Anzeichen einer moraliſchen Epidemie trägt. Die öffentliche Meinung und das Vorurtheil ſind übri⸗ gens derartigen Leuten nicht ſo abgewandt, als man wohl
glauben könnte. Die gewaltſamen Angriffe, Ueberfälle auf
Heerſtraßen, Gemaetzel und ſelbſt der Mord erregen bei manchen Perſonen Bewunderdng und erfahren nirgends Entrüſtung
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