141 und Wuth in gleichem Grade ſelbſt nicht in den Kirchen und Theatern anzutreffen iſt. Und dies kommt daher, daß in der verderbten Nation ein alles überwiegender Trieb iſt— die Habſucht.
Die Freuden⸗ wie Schmerzensäußerungen ſind überall gewaltig. Die Wuthausbrüche der fehlgeſchlagenen Hoffnung kennen nichts Heiliges mehr. Gott, die Madonna, die Hei⸗ ligen werden laut geſchmähet und angeklagt; man wirft ihnen Undank vor und verlangt Rechenſchaft über alles, was man gethan hat, um ſie den Nummern, welche ſie dennoch treulos haben verlieren laſſen, gewogen zu machen.
Dergleichen unſelige Erbitterungen äußern ſich am mei⸗ ſten bei den ärmeren Volksklaſſen. Die Lotterie mit ihrer unrechtlichen, verführeriſchen Lockung fördern die Bettelei und und den Diebſtahl, die Sittenloſigkeit und alle üblen Triebe.
Das Beiſpiel, welches Fran kreich der Welt gegeben, iſt lei⸗ der noch gar vielen Orts unbeachtet gelaſſen; und doch wurde dieſe Quelle von unſäglichem Unheil in den franzöſiſchen Sitten ohne irgend eine Unordnung verſtopft.
Aber alles, was dazu dient, ein Volk herunterzubrin⸗ gen, hat denen, die es zu unterjochen ſtreben, immer zu wohl gefallen, als daß Rom auf die Unterdrückung der Lotterien hätte denken können. Was für den einen Theil ein Elend mehr iſt, das iſt dem andern Theile ein Mittel mehr zur Unterdrückung.
Ich hatte ſehr viel von den Banditen in den Umge⸗ bungen Roms ſprechen gehört und verſäumte nichts, um ſie
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