138 welche mehrere Klöſter mit den Ueberbleibſeln ihrer Tafeln und geringeren Nahrungsmitteln vornehmen; mit heiß⸗ hungeriger Haſt verſchlingen ſie die gereichten Biſſen, um ihren Hunger recht augenſcheinlich zu machen. Den Tag über warfen ſie ſich mit heuchleriſcher Gierde auf alles, was man ihnen darreicht; dagegen abends feiern ſie ihre Mahle voll Schlemmerei und Ueppigkeit.
Dieſe verworfenen Geſchöpfe geſellen zu der Bettelei die Intrigne, Spionerei und Raubſucht.
Die bettelnden Mönche, welche Bettelorden angehören, halten ſich für berechtigt, gewaltſam allenthalben hinzu⸗ dringen, wo ſie ihren Bettelſack zu füllen glauben. Sie bilden den für die Häuſer ergänzenden Anhang der Stra⸗ ßenbettelei.
Nach ihnen kommen die Pilgrimme. Hauptfeſte, vor⸗ züglich die heilige Woche, führen eine zahlloſe Menge der⸗ ſelben nach Rom. Sie tragen ein eigenes Koſtüm, langes Gewand, großen Hut, Pilgerſtab und Muſcheln. Nach den Ciceroni ſind die Pilgrimme, welche ihre Reiſen erzählen, um dafür Geſchenke und Almoſen einzuerndten, die unver⸗ ſchämteſten Bettler, die man ſich denken kann.
Drei Tage werden ſie verpflegt; während dieſer Zeit ſind ſie in dem Dreieinigkeitshoſpitale. Dann aber ver⸗ breiten ſie ſich in die Stadt, beſuchen die ſieben Baſiliken, küſſen die Heiligenſtatuen und Heiligenbilder und rutſchen auf den Knieen die Stufen der Altäre und die Stiegen der ſcala ſanta hinan. Obgleich in dieſer Mummerei eine Ent⸗


