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rüſtung erregende Erniedrigung der Menſchlichkeit liegt, ſo ſtehen doch die Pilgrimme bei dem römiſchen Volke in größter Verehrung.
Die päpſtliche Hauptſtadt iſt nicht mehr, wie einſt, die ſtolze Stadt, wohin die Päpſte die Fürſten luden, um ſie vor der päpſtlichen Macht ſich beugen zu laſſen; heutzutage iſt Rom nur eine Stätte gefallener Größen. Die Ruinen geſtürzter Throne und die Splitter zerbrochener Kronen liegen umher zwiſchen den Haufen von Schutt und Trüm⸗ mern. Man könnte wohl ſagen, daß ein ſchickſalſchwerer Hang die fallende Macht zu dem Grabe hinziehe, wo ſo viel Glanz, ſo viel zerſchmetterte Größe im Staube liegt.
Wir wollen nur von den jüngſten Zeiten reden: nach Rom zog ſich der Oheim, die Mutter und der ältere Bruder Napoleons zurück; die Stätten, welche ſie bewohnten, zeigt man noch fortwährend den Fremden. Dom Miguel, dies von dem angemaßten Throne geſtürzte Ungeheuer erkor Rom aus zur Zufluchtsſtätte, wo er ſeinen Ingrimm und ſeine Demüthigung verbergen könne. Er hat ſich daſelbſt durch entſetzliche Ausſchweifungen, Liederlichkeit, die Leidenſchaft⸗ lichkeit ſeiner Liebſchaften und das dadurch gegebene Aerger⸗ niß berüchtigt gemacht. Durch ihn kam das zügelloſe, aus⸗ ſchweifende Leben, welches an dem Hofe der Borgia getrieben wurde, wieder zur Blüthe. Ich weiß nicht, ob es wahr, daß Dom Miguel, wie Einige behaupten, der Augapfel Roms iſt; dies aber iſt gewiß und läßt ſich behaupten, daß er der Abſcheu von ganz Europa iſt.


