Dergleichen Umſtände legen denn die Verfallenheit Roms offen an den Tag, und aus der Zerrüttung der Ver⸗ mögensverhältniſſe des höheren Klerus und Adels entſpringt ein neuer Zuwachs für den ſchlechten Zuſtand der Staats⸗ kaſſe. Kaum zählt man heutzutage in den Staaten des heiligen Vaters drei oder vier vornehme Häuſer, welche einen Theil des alten Glanzes ihrer Familie behalten hatten. Die Colonna, Doria und andere Patriziernamen haben ſich faſt allein aus dem allgemeinen Schiffbruch gerettet. Die übrigen römiſchen fürſtlichen Häuſer, welche faſt ſämmtlich von Brüdern, Schweſtern oder Verwandten der Päpſte ab⸗ ſtammen, haben von den Schätzen die ihnen der Nepotismus zuwendete, wenig gerettet und ſind größtentheils zu arm, als daß ſie die ihnen zugefallenen Paläſte auch gehörig aus⸗ ſtatten könnten. Selbſt die bloße Unterhaltung der Gebäude iſt eine zu große Laſt für die Beſitzer und ſo verfallen die⸗ ſelben von Tage zu Tage. Mit jeder Generation verſchlim⸗ mert ſich der Uebelſtand; die Beſitzer ſcheuen die Koſten der Ausbeſſerungen, welche ihre Kräfte überſteigen, flüchten ſich in die kleinſten Winkel zurück und geben die zerfallende Pracht den neugierigen Tonriſten preis, deren Geſchenke, oder wie die Leute ſagen buona mancia, meiſt die einzige Löhnung der Thürhüter der glänzenden Trümmer ſind.
Verſchwendung und Mangel!
Hat man ſo den Grund der römiſchen Geſunkenheit kennen gelernt, ſo wundert man ſich nicht mehr über den Pomp der dreihundert ſiebenundneunzig Kirchen und Bet⸗


