Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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Fernere Beobachtungen Noemi's.

Dieſelben Empfindungen, welche die Umgebungen Roms, der Anblick der Villen, welche von ſo großer ein⸗ ſtiger Pracht und ſoviel gegenwärtigen Elend Zeugniß ab⸗ legten, in mir hervorgerufen hatten, bemächtigten ſich meiner beim Eintritt in Rom. 1

Ich nahm mir ſogleich vor, einige der ſchönſten unter

den Gebäuden, deren Bauart mich zur Bewunderung hinriß,

zu beſuchen und ließ mich gleich am nächſten Tage von meinem Führer zu den vorzüglichſten Paläſten leiten.

Da ſah ich denn, daß die Paläſte, welche mit den ungeheuerſten Aufwänden von ihren Erbauern hergeſtellt worden, für die gegenwärtigen Beſitzer eine Laſt waren. Fremde bewohnen oder durchlaufen ſie, während der Eigen⸗ thümer nur einen Winkel des oberen Stockes bewohnt. Ich fand in ihnen dieſelbe ordnungsloſe Aufhäufung von Kunſtgegenſtänden und Seltenheiten, welche ich in den Pallazine auf dem römiſchen Lande getroffen; durchaus daſſelbe Chaos. Der Anblick des Innern dieſer Paläſte ſchwächte die Bewunderung, welche mir die Außenſeite ein⸗ geflößt, bedeutend. Die dem Beſuch geöffneten Zimmer waren ſchlecht geordnet, eher weit als groß und eher reich als ſchön zu nennen, trotz der Meiſterwerke, welche mehrere zierten.