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Steigen wir von den ariſtokratiſchen Vergnügungen zu den Beluſtigungen der niederen Volksklaſſen, ſo begegnen wir demſelben Grade von Aufwand, Prunkſucht und ver⸗ ſchwenderiſchem Wahne.
Manche Oſterie(Schenken, Herbergen) haben das An⸗ ſehn antiker Tempel und ſind über berühmten Ruinen er⸗ richtet. Reſte alter Denkmale und Säulenſchaften dienen zu Sitzen und Tafeln. Der Lärm dieſer Orte ähnelt ganz dem Treiben in den großen Kaffeehäuſern. Die Liſten weiſen lange Reihen von Weinen nach, allein ihre Verſchiedenheit beſteht einzig und allein in den Benennungen; der wirkliche Unterſchied iſt ſehr einfach weißer oder rother Wein und ſüße oder herbe Sorte: Das Murraſpiel ruft Uneinigkeit, Zank und Streit hervor, wobei die Coltellata ſich oft genug mit Blut färben. In den Oſterien wird getanzt; die Frauen ſind in denſelben in großer Zahl und die Banditen beſuchen ſie gleichfalls.
Dieſe Orte geben am meiſten Stoff zu den ſchönſten Späßen, von denen der nachſtehende noch nicht aus der Erinnerung verwiſcht iſt.
Innocenz der Zwölfte hegte die Abſicht, die Sitten Roms zu verbeſſern. In allen Oſterien wunderten ſich die Trinker, daß ein Papſt, der von einem Töpfchen und einer Flaſche abſtammte, ihnen das Trinken verwehren wolle. Innorenz der Zwölfte hieß nämlich Pignatelli, Töpfchen, und trug dergleichen Geſchirr als Sinnbild in ſeinem Wap⸗ pen; ſeine Mutter aber war eine Caraffa(Carafa, Carafine).


