Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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Der römiſche Adel allein hat das Vorrecht, ſich zu ver ſammeln und geſellige Kreiſe zu bilden; der Trieb der ge⸗ ſammten übrigen Bevölkerung drängt daher zu den Theatern, wo es wenigſtens in etwas den Kaſtenſchranken entflieht, welche den geſelligen Verkehr in Rom kalt und ſelten machen. Das römiſche Phlegma, von dem man ſo viel redet, iſt nur eine oberflächliche Außenſeite, eine übel angelegte Maske, die jeden Augenblick zu fallen droht. Auch die römiſche Ruhe iſt nur ſcheinbar; im Theater verſchwindet ſie raſch und weicht den heftigſten Wallungen.

Befremdet hat es mich, daß ich ſtets am Abende an die Virtuoſen der Oper dieſelben Ausrufe richten hörte, welche dieſelben Perſonen morgens zur Madonna ſandten.

Die Benefizvorſtellungen für auserleſene Künſtler, na⸗ mentlich Sängerinnen, ſind jedesmal ein Anlaß zur Frei⸗ gebigkeit und Verſchwendung. Dergleichen Vorſtellungen werden mit der Bezeichnung Serate belegt. Die Donna, welcher dieſelben gelten, befindet ſich gemeinlich unter den Säulenhallen des Eingangs in dem Koſtüm der Rolle, welche ſie zu ſpielen hat. Die Cavalieri legen ihre Geſchenke auf eine Silberſchüſſel, welche auf einem mit rothem Sammet 4 bedeckten Tiſche ruht, und nicht ſelten ſind es koſtbare Schmuckſachen, welche ſie als Opfergabe bringen. Bei ſol⸗. chen Gelegenheiten iſt das Theater à giorns(Tagshelle) erleuchtet; vor jeder Loge ſtrahlen zwei Armleuchter Kerzen⸗ licht in den Saal aus und gewähren einen feenartigen Anblick.