fluthenden Perſonen mengen. Dieſe Stammgäſte, welche da⸗ ſelbſt zu Hauſe zu ſein ſcheinen, ſitzen, jeder an einem feſten Platze, in den Fenſterniſchen zurückgezogen. Die Unterhaltung derſelben dreht ſich in der Regel um Alterthümer, deren Werth und Echtheit ſie prüfen; eben ſo verbreiten ſie ſich über Litteratur und Wiſſenſchaft mit Gelehrſamkeit und nicht ſelten auch mit Geſchmack. Solcher Gegenſatz erfüllt in der römiſchen Welt mit Staunen. An der Seite der Unwiſſen⸗ heit erblickt man Gelehrſamkeit; durch Studium ſieht man
den italieniſchen Geiſt ſich mit Geſchmack entwickeln, und
muß bedauern, daß die glücklichſten Anlagen deſſelben durch
ſo unnatürliche Entnervungen unterdrückt, verweichlicht und vernichtet werden. Dergleichen Unterhaltungen ſind häufig ſehr lehrreich und gern von den Fremden geſucht. An Schrift⸗ ſtellern und Politikern fehlt es in den Kaffeehäuſern nicht. Ihre Anſichten über die Perſonen und Handlungen der Regierung ſollen ſehr rückhaltslos und ſcharf geäußert wer⸗ den, ohne daß die Polizei wage, ſie zu unterdrücken. Einige. behaupten ſogar, daß nirgends eine freiere Sprache geführt werde, als eben in Rom; doch weiß ich, daß dieſer Aus⸗ ſpruch viele Beſchränkungen verdient. Die Italiener in Rom begnügen ſich, die Handlungen der Staatsverweſung zu beſprechen und zu bekritteln; jedoch verſtummt ihr Mund, ſobald die Rede auf die politiſche Dreieinigkeit, Hof, Gou⸗ vernement, Kirche, kommt.
Man kann ſich ſchwerlich einen Begriff von dem Lärme machen, der in dem Kaffeehanſe des Palaſts Ruſpoli herrſcht.


