Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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man die übermäßigen Unordnungen zuſchreiben, welche der Kirche ſo viel Vorurtheil und heftigen Angriff verurſacht haben.

In dieſem Punkte nun ſind die Sitten der päpſtlichen Hauptſtadt gegenwärtig ſo wie ſie in der Vergangenheit waren, nur daß es ſcheint, als ſeien die durch Jahrhunderte über⸗ kommenen Gebrechen jetzt eine vorgeſchriebene Pflicht geworden. Haben aber diejenigen, welche in ſolcher Zügelloſigkeit be⸗ harren, Grund, ſich über die Verachtung zu beklagen, welche die ganze Welt auf ſie wirft?

Die Schmach des Ehebruchs, welcher vom Cölibate ge⸗ nährt wird, iſt eine der gehäſſigſten Seuchen in der Papſtſtadt.

Nichts kommt der Anmaßung dieſes Laſters gleich, mit ſtolzem Haupte ſchreitet es durch die Stadt, an allen Orten. findet man es ſich blähen und brüſten, auf Straßen, Prome⸗ naden, in Theatern, Salons und an allen öffentlichen Plätzen namentlich gefällt es ſich darin, die Kirchen zum Schauplatz ſeines Treibens zu erwählen.—

Man ſollte nun glauben, daß bei ſo zahlreichen und allgemeinen Uebertretungen der ehelichen Vorſchriften Rom nicht von anderm Schmutzedieſer Art bedeckt ſei. Dem iſt aber nicht ſo. Die Stadt der Päpſte, wo der heilige Charakter und das ſociale Prineip der Ehe ohne Unterlaß verhöhnt werden, hegt in ihrem Schooße eine weit größere Anzahl öffentlicher Dirnen, als irgend eine andre Stadt. In Rom hat die Proſtitution Privilegien und ſchamloſe Frechheiten, wie nir⸗ gends ſonſt; man begegnet ihr auf jedem Schritte, ſie lauert