Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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51 Mittelklaſſen, werden die Kinder den Händen von Mieth⸗ lingen übergeben.

Es iſt ſeltſam, daß in dieſer Stadt, wo der Nepotismus, das heißt, die zum Uebermaße getriebene Sucht, dem Hauſe zu höchſter Ehre zu verhelfen, in ſeiner vollen Blüthe ſteht, die Mütter keine Sorge um ihre Kinder haben und ſich faſt gar nicht um ſie kümmern.

Die Heirath iſt für zwei Drittel der römiſchen Bevöl⸗ kerung nur ein vom Intereſſe geſchloſſenes Band, welches durch Laſter und Uebertretungen ſchnell gelockert wird.

Hier treffen wir auf einen der weſenklichſten Mängel in der bürgerlichen Ordnung der Römer; für ſie iſt die Ehe nicht blos ein bürgerliches Band, ſondern von der Kirche zu einem heiligen Sakramente erhoben. Aber es gibt keinen Ort, wo die Ehe und die durch ſie den Gatten auferlegten Pflichten mit mehr Frechheit mit Füßen getreten werden, als in der römiſchen Hauptſtadt. 8

Die große Entartung des römiſchen Klerus, der ſich kau die Mühe nimmt, ſeine Ausſchweifungen zu verheimlichen, erzeugt allenthalben unreinen Sinn und Laſterhaftigkeit. Das Cicisbeat iſt in jedem Hauſe eingeführt und zeigt ſich, in hohen Ehren gehalten, überall mit verderblicher Arroganz. Das Cölibat der Prieſter in einer Stadt, welche von einer Unzahl Geiſtlicher und Mönche überfluthet iſt, war zu allen Zeiten eine Peſt für die römiſchen Sitten, und für die katho⸗ liſche Welt ein beſtändiger Gegenſtand des Tadels und des Aergerniſſes. Dieſer falſchen, gefährlichen Einrichtung muß

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