Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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Eltern ſo theuer bezahlen müſſen und die von den Kindern auf Koſten nützlicherer Gegenſtände erlernt werden, ohne daß dieſe je im Leben einen erheblichen Vortheil daraus ziehen könnten, ganz fremd.

In Rom wächſt und bildet ſich das Kind gleich einer Pflanze. Die Einen bewohnen Paläſte, die Anderen werden im Schooße der Arbeit geboren und wachſen eben ſo auf. Dieſe unter dem freien Himmelsgewölbe, jene auf dem Straßen⸗ pflaſter, ſie alle folgen der Straße, wohin ſie das Schickſal geworfen, ohne das Geringſte zur Aenderung derſelben zu thun. In ihnen beſteht ein Verhängnißglaube, den Trägheit und Sorgloſigkeit, dieſe beiden Elemente des italieniſchen Stammes, unterhalten.

Uebrigens iſt die Kindheit von zu kurzer Dauer bei den römiſchen Frauen, um aller jener Sorgfalt unterzogen zu werden, die dieſelbe in unſeren Gegenden erfährt. In den Jahren, wo unſere Töchter noch in die Schulen gehen, treiben ſich die römiſchen Mädchen ſchon frei herum und ihre früh⸗ reife Organiſation verkündet bereits das Weib.

Montesquieu hat die Urſache der Sklaverei der Weiber im Oriente in dieſer frühen Jugend zu finden geglaubt, da das ſchnelle Aufblühen ihre Sinnenreize weit ſchneller aus— bildet, als der Verſtand zu einiger Kraft gelangt und ſie ohne Mittel zum Widerſtande den Begierden blos ſtellt, welche ſie erregen. Aehnlichen Urſachen muß man die Zügelloſigkeit, die Laſter, die moraliſchen Ausartungen, die vollkommene Ver⸗

derbtheit, Exzeſſe und unverſchämten Frechheiten der Mehrzahl