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Sie ſuchte in dem muthigen Kriege ihre Bundesgenoſſen unter den Weibern, in der Gewißheit, daß eine„natürliche“ 4 Anziehung unwiderſtehlich über alle Hinderniſſe ſiegen müſſe und ihr zuführen werde, was Rom an einflußreichen, hervor⸗ ragenden Leuten zähle.
Und ihre Berechnungen täuſchten ſie nicht.
In Rom üben die Frauen in allen Klaſſen der Geſell⸗ ſchaft eine Gewalt, deren ſie ſich nicht bewußt zu ſein ſcheinen. Sie gefallen durch Schönheiten und Reize, welche eben nicht die des Herzens und Geiſtes ſind. Die Koketterie, das heißt die Kunſt zu verführen, iſt ihnen unbekannt; bei ihnen be⸗ herrſchen die natürlichen Triebe alle Gefühle, die Sinnlich⸗ keit abſorbirt ſie ganz, und läßt den übrigen Empfindungen, welche ihnen ſtets unangenehm ſcheinen, keinen Raum.
Die Liebe, welche die italieniſche Poeſie mit ſo vielem Enthuſiasmus feiert und die ſich ſo zart in dem Gedanken und dem Ausdrucke des Sonnets abſpiegelt, iſt in der Sitte der römiſchen Frauen etwas durchaus Materielles.
Von früheſter Kindheit an werden ſie durch ihre Erziehungs⸗ weiſe weit mehr auf eine poſitive Exiſtenz als für ein intelli⸗ gentes Leben gebildet, wobei man geſtehen muß, daß ihre Organiſation ein Boden iſt, auf dem man, wie in dem ge⸗ prieſenen ewigen Frühlinge des goldenen Zeitalters der Poeten, die Blumen ohne Pflege ſprießen findet.
f Die jungen Römerinnen genießen ſelbſt in den höheren † b —
Ständen keine ſo lange Erziehung wie oberhalb der Alpen. Ihnen ſind die mancherlei angenehmen Talente, welche die


