Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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von der Zeit hofften, erwartete ſie von einem außergewöhn⸗ lichen Exeigniſſe; ſie glaubte, daß Gott, der ſein Volk nicht verlaſſen habe, einige Thaten der Art, womit er ſo oft die Welt in Staunen geſetzt, in Bereitſchaft halte.

Mit innerlicher Freude bemerkte die Signora, daß dieſe allen idealen Eindrücken offene Seele ganz und gar für ihre Pläne gebildet war.

Sie pflog lange Unterhaltungen mit Noemiz das„Aſil⸗ der Signora bot dazu die herrlichſte Gelegenheit. Fern von dem Geräuſche, in tiefer Einſamkeit ſuchte Olimpia ihre früheren Verführungskünſte wieder hervor, um Herz und Einbildung dieſes Weſens zu bezaubern, deſſen Anlagen ihrem Glücke ſo günſtig werden mußten. In ſolch einſamen Geſprächen ließ ſie einen Theil ihrer Ideen und Pläne hervorblicken. Noemi konnte anfangs nicht begreifen, was man von ihr wolle, und hinterher glaubte ſie eine Schlinge zu bemerken und faßte ein Mißtrauen, welches den Reiz der Schwärmerin bedeutend ſchwächte. Bei Gewahrung ihres ſchlechten Erfolgs wurde die Signora einen Augenblick wieder von der zuerſt gefühlten Wuth ergriffen; allein die ruhige Ueberlegung und inſonder⸗ heit das Intereſſe leiteten die Heftigkeit wieder ab, und ſie verfolgte mit Geduld das begonnene Werk der Verführung.

Es iſt nicht gut denkbar, daß eine alte Verworfenheit, wenn ſie es mit unerfahrener Unſchuld zu thun hat, nicht bald den verwundbaren Fleck des Herzens, welches ſie unter⸗ jochen will, herausfühle. Aus dieſem erſten Kampfe wurden der Signora Noemis Schwächen klar. Sie berechnete, daß