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zeichnet ſchön iſt, und ſich bei dem Kämmerer Sr. Heilig⸗
keit befindet. Man erzählt ſich dieſe Anekdote in allen Salons und neulich, bei der Marcheſa di Torre, ſagte man, daß die Reize der Amme die Aufmerkſamkeit des heiligen Vaters er⸗ weckt hätten.
Bei dieſen Worten ſprang Panfilio erſchreckt auf, lachte aber ins Fäuſtchen, um der Signora die Richtigkeit ihrer Worte zu beſtätigen, und ſchien ſogar über gewiſſe beſondere Punkte noch weit unterrichteter, als jene.
Von nun an hatte die Signora nur noch einen Gedan⸗ ken, nämlich Noemi ſich zugethan und innig ergeben zu machen. Sie ſelbſt hatte ſich einer Neigung, die ſie zu dem Mädchen hinzog, erwehren können, und wünſchte nur, daß Noemi ihr auf gleiche Weiſe entgegen kommen möge.
In der jungen Jüdin unterſchieden ſich zwei Hauptzüge; auf der einen Seite eine natürliche Reinheit, ein gerades, gutes Herz; auf der andern Seite der verborgene Keim hef⸗ tiger Leidenſchaften, eine lebendige Phantaſie bei einem noch zu unerfahrenem Gemüthe, als daß ſie ſich vor verlockenden Illuſionen bewahren konnte. Wir haben bereits geſagt, daß Noemi ihre moraliſchen Begriffe, welche die ſtrenge Zucht der iſraelitiſchen Familie eher unterdrückte, als entwickelte, aus der Bibel geſogen hatte. Die Bibel, dies Buch, ſo reich an Wundern und ſo prächtig an ſeinen Erzählungen, die Schrift, dies Wort, welches vom Glanze der göttlichen Allmacht ſtrahlt oder die Schrecken einer furchtbaren Rache trägt, hatten ihren Gedanken eine überirdiſche Richtung gegeben. Was Andere


