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von lebhafter Neugierde geſtachelt, kam er eiligſt gelaufen und wurde um ſo leichter von der Liſt getäuſcht, da er Noemi niemals geſehen hatte. Er fand ſie wunderbar anmuthig, voll Lieblichkeit und edlen Anſtandes und rief von dem ihn fortwährend plagenden Gedanken hingeriſſen aus:
— Ach! wenn mein Neffe doch wenigſtens eine ſolche Wahl getroffen hätte!
Bei dieſem Ausrufe wurde die Jüdin von ahnungs⸗ voller Verlegenheit ergriffen und erröthete bis tief auf die Stirn. Ein jäher Schreck überlief ſie dann und ließ ſie wieder erbleichen.
Panfilio bemerkte dieſe Verwirrung nicht. Er hatte eilig, denn er meldete der Signora, daß ſein Neffe Stephan mit einem wichtigen Auftrage eben nach Ravenna abgereiſt ſei, ohne ſelbſt die Bedeutſamkeit ſeiner Reiſe zu kennen.
Es handelte ſich darum, dem Kardinal⸗Legaten von Ravenna zu verkünden, er werde durch einen von Rom zu ſendenden Nachfolger erſetzt werden.
— Dieſe bemäntelte Verbannung, ſchloß Monſignor mit einem Augenblinzeln, wie nur italieniſche Liſtigkeit es zu machen verſteht, ſoll von einer Intrigue im Quirinal her⸗ rühren; der Kardinal, den man nach Ravenna ſchickt, gerieth in den Verdacht, durch ſeine Eiferſucht für eine gewiſſe heilige Liebe ſtörend werden zu können.
— Ach, ich weiß! fiel die Signora ein; das iſt ja die Geſchichten von der jungen Amme von Tivoli, die ſo ausge⸗


