die nur eingebildete zu ſein ſchienen, und wenn ſie ſolchen Andeutungen näher auf den Grund dringen wollte, ſo erhielt ſie ausweichende Worte.
Nachdem Signora Naldi von den unheimlichen Auf⸗ wallungen, welche Noemis Anblick in ihr rege gemacht hatte, ein wenig zurückgekommen war, betrachtete ſie voll Bewun⸗ derung die Schönheit der Jüdin. Ein Licht zuckte durch
ihre Gedanken, und ſtatt Noemi ihrer Leidenſchaft zu opfern,
beſchloß ſie, dieſelbe zu ihren Plänen zu gebrauchen, zu denen ſie ganz ausnehmend zu paſſen ſchien.
Eins nur beunruhigte ſie bei dieſem Vorhaben. Wenn Monſignor Panfilio oder deſſen Neffe Stephan kamen und Noemi erkannten, ſo war es um ihren Plan geſchehen. Allein ein derartiges Hinderniß vermag eine Frau, wie die Signora, nicht in Verlegenheit zu ſetzen. Sie beſchloß, dem gefürchteten Schlage geſchickt zuvorzukommen.
Panfilio erhielt die falſche Nachricht, daß das Mädchen aus dem Ghetto, in welches Stephan verliebt wäre, vor eini⸗ gen Tagen Rom verlaſſen und ſich zu ihrem Vater nach Mantua begeben habe. Zu gleicher Zeit benachrichtigte ſie ihn, wenn er das ſchönſte Geſicht, das er je im Leben erblickt habe, ſehen wolle, ſo möge er ſich ſogleich zu ihr verfügen; ſeit wenigen Stunden befinde ſich ihre Couſine Anaſtaſia bei ihr, von der ſie ihm ſo oft erzählt und welche von ihren El⸗ tern, die ſie jüngſt verloren, auf einer Inſel des Archipela⸗ gus auferzogen ſei.
Monſignor erinnerte ſich dieſer Couſine nicht, indeß
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