Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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trauete er Noemi an. Bisweilen freilich hatte er ſich durch die Ueberſchwänglichkeiten, welche Signora Naldi im Geſpräch und in ihren Anſichten verrieth, betroffen gefühlt; allein er hielt es für einen zu großen Einfluß des beſten Herzens auf das Gemüth.

Als Dom Salvi der Signora Naldi erzählte, was ihm aus dem Leben Noemis bekannt war, erkannte Donna Olim⸗ pia augenblicklich das Judenmädchen, welches ihren Plänen im Wege geſtanden hatte. Eine wilde Freude war der erſte Eindruck, den der Anblick der Jungfrau auf ſie machte. Der Zufall lieferte ihr die Beute in die Hände, welche ſie ſo lange verfolgt hatte, ohne ſie erreichen zu können, und um welche ihre Haſt tauſend Schlingen gebreitet hatte, die eine unſicht⸗ bare Hand immer wieder zerriß.

Noemi täuſchte ſich nicht, als ſie für ſich ſelbſt noch andere Gefahren fürchtete, außer jenen, welche ihren Stamm bedroheten. Die ununterbrochene ſtrenge Bewachung, deren Gegenſtand ſie war, drohete böſe Abſichten und Gefahren. Dennoch war ſie ſtets der Gefahr entſchlüpft, ohne ſie zu kennen; ein wirkſamer Schutz wachte über jedem ihrer Schritte und vereitelte jeden Anſchlag. Wie glücklich wäre nicht die Jungfrau geweſen, wenn das ſie ſchirmende Weſen ſich ihr geoffenbart hätte! Vielleicht hätte ſie den erkannt, welchen . ihr Herz geahnt, der in ihren Gedanken lebte!

Oftmals hatte ſie in Dom Salvis Blicken etwas Ge⸗ heimnißvolles zu bemerken geglaubt, wie Anzeichen einer mehr als freundſchaftlichen Liebe; er redete von Gefahren,

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