Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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40 Wort und Gang athmeten beſtändig Zurückgezogenheit; ſie zeigte ſich wenig, allein ſie verſtand die Kunſt, diejenigen, an deren Gewinn ihr lag, an ſich anzuziehen. Alles ſchien den Plänen der Signora nach Wunſch zu gehen. Nur Eines fehlte ihr; ſie wünſchte nämlich eine junge, reizende Geſellſchafterin zu beſitzen, deren Schönheit

angeſehene Perſonen, welche ſie für ſich gewinnen mußte,.

anziehen könnte. Die Perſon, welche ſie begehrte, ſollte kei⸗ neswegs den unteren Klaſſen oder der Dienerſchaft angehö⸗ ren, ſondern mußte mit Jugend und Anmuth eine gewiſſe Bildung in Gedanken, Reden und Benehmen verbinden. Dom Salvi hatte Signora Naldi mehrere Male bei der franzöſiſchen Geſandtſchaft getroffen; die gerechte Achtung, welche man ihm zollte, lenkte die Aufmerkſamkeit der Dame auf ihn. Um die Gunſt des alten Prieſters zu gewinnen, bat ſie ihn, den größten Theil ihrer Almoſen zu vertheilen, wobei ſie ſich ſelber geſtehen mußte, daß ſie unter der ge⸗ ſammten römiſchen Geiſtlichkeit kein ſo rechtliches Herz und keine ſo reine Hand finden werde, als bei Dom Salvi. Dieſer wußte in ſeiner Harmloſigkeit nichts von dem Leben der Donna Olimpia und war durch die Wohlthaten der Signora Naldi, die durch ſeine Hand wanderten, aufs günſtigſte eingenommen. Noemi hatte in ihren Mitthei⸗ lungen an Jules und Dom Salvi nur von Monſignor Panfilio geſprochen; von Donna Olimpia, die ſie nicht kannte, wußte ſie nichts zu ſagen. Dom Salvi hielt Signora Naldi für eine durchaus achtbare Perſon, ihrer Güte ver⸗