Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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Olimpia weit mehr zuſagte, als jene der Baronin Krüde⸗ ner; ſie ließ ſich daher von letzterer inſpiriren und ahmte der Prinzeſſin nach.

Ihr Beſtreben war, in Rom einen Gebrauch einzu⸗ führen, den die Franzoſen noch heutigen Tags zu Paris in der heiligen Stille der Abbaye⸗ aux⸗Bois beſitzen, näm⸗ lich ein ſogenanntes„politiſches Kanapee.“ Ohne ſich ein offizielles Gewicht im Vatikan und Quirinal zu verſchaffen, ſuchte Donna Olimpia nur ſich bei dem päpſtlichen Gou⸗ vernement zu inſinuiren und gefiel ſich in dem Gedanken, in Rom das zu werden, was die Franzoſen ſo neckiſch femme

c Etat(Staatsfrau) nennen.

Sie hatte ihren früheren Namen Olimpia ſammt dem Titel Gräfin von Serravalle aufgegeben und nannte ſich einfach Signora Naldi nach dem Namen der Verwandten, von dem ſie geerbt haben wollte. Sie bewohnte nicht mehr den Palaſt am Platze Navona, ſondern hatte ein beſcheide⸗ nes Haus in der Nähe des Kapitols bezogen. Hier führte ſie mit weniger Dienerſchaft ein Leben voll Pracht, jedoch ohne Prunk. Mit vielem Geſchmacke ſchuf ſie aus dieſem Orte, den ſie ihr Aſil nannte, eine Stätte reicher, geräuſch⸗ loſer Freuden, welche nur wenige Vertraute theilten. Von hier aus reichte ſie mit verſchwenderiſcher Hand Wohlthaten, die ſie geheim hielt, um ſie bekannt werden zu laſſen und einen Reichthum und milden Sinn kund zu thun, der ihren Abſichten förderlich war.

Ihre perſönliche Haltung war ſtreng und voll Würde.