Teil eines Werkes 
3. Band (1851)
Entstehung
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haftes Dorf. Die Armuth verſchwand, allenthalben wohin man blickte, herrſchte Wohlſtand und Glück. Das Gerücht von dieſen Fortſchritten und Verbeſſerungen drang bis Rom. Die Einen ſahen darin Lob und Preiswürdigkeit; Andere dagegen, welche das Beiſpiel Dom Salvis ihrer eigenen Auf⸗ führung wegen fürchteten, fanden in dem aufgeſtellten Muſter eher einen Gegenſtand des Aergerniſſes und ſtellten ihn als einen Neuerer dar, als einen jener Prieſter, welche von den modernen, für die Kirche gefährlichen Ideen ergriffen ſind und die Gebräuche und Ueberlieferungen der Kirche bei Seite laſſen. Vorzüglich warf man ihm vor, gewiſſe von der Kirche erlaubte und durch den Gebrauch eingebürgerte Feſte abgeſchafft zu haben. Als ein anderer Eingriff Dom Salvis wurde geſchildert, daß er keinen, ſeinen Anſichten entgegen⸗ ſtehenden Einfluß habe dulden wollen. Er hatte die Bettel⸗ mönche, welche ſeiner Meinung nach die wenige Habe der wahrhaft Armen noch verſchlangen, aus Nettuno weggewieſen, ferner die Predigermönche, welche Predigten voll grober Un⸗ wiſſenheit und Aberglauben hielten, um Almoſen in ihre Taſchen zu bekommen, und alle frömmelnden Charlatane, welche von Rom, dieſem Mittelpunkte der Heuchelei, aus, ſich über das ganze Gebiet des päpſtlichen Staates verbreiten.

Die Anklägerei hatte ſo vortrefflichen Erfolg, daß Dom Salvi den Befehl erhielt, Nettuno zu verlaſſen, und nach Rom zu kommen, um ſich zu rechtfertigen. Er verſchwieg dieſe Nachricht den Bewohnern ſeines Dorfs und gehorchte pünktlich dem ihm ertheilten Befehle.