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Der Biſchof, dem die Ertheilung der Prieſterweihe über⸗ tragen war, hatte die Aſpiranten des Prieſterthums über die wichtigſten Glaubenspunkte, die Lehrſätze und ihre ge⸗ ſammte Bildung beſorgt. Der Prälat wurde über die Si⸗ cherheit des Verſtandes und der Lehre Salvis betroffen und von ſeiner fließenden Beredſamkeit entzückt. Der zum Nun⸗ tius Seiner Heiligkeit für den franzöſiſchen Hof um dieſe Zeit ernannte Kardinal begehrte eben von dieſem Biſchofe einen jungen, unterrichteten, thätigen und einſichtsvollen Se⸗ cretair, der ſich beſonders durch Beredſamkeit auszeichne, und der Prälat nannte ihm Salvi. Man legte demſelben eine politiſch⸗religiöſe Frage zu mündlicher und ſchriftlicher Durch⸗ führung vor, und der junge Prieſter entwickelte ſie ve rmöge der
ſchlichten Geradheit ſeiner Anſichten mit Gerechtigkeit, Bered⸗ ſamkeit und glänzendem Erfolge. So reiſte er als Gehilfe des Nuntius mit nach Paris;
er war Seiner Eminenz in Beſchaffenheit und unter dem Titel eines geheimen Sekretärs beigegeben.
Salvi hatte während der unter den Jeſuiten verbrachten Zeit einen ſolchen Abſcheu gegen die Lüge gefaßt, daß er ſich mit innerlichem Gelübde ganz und gar dem Dienſte der Wahrheit widmete und ihr alles Glück zu opfern beſchloß. 3
Mit ſolchen Anſichten konnte er trotz ſeiner ausgezeich⸗ neten Fähigkeiten nur ein mittelmäßiger Diplomat werden; er erkannte auch bald, daß Geſchicklichkeit und guter Wille allein nicht genügten, um den Anforderungen ſeiner Stel⸗ lung Genüge zu leiſten.


