und lernte der Knabe von ſelbſt. Die Erziehungsweiſe war ungemein milde und fern von allem Verdruß wie von An⸗ ſtrengung, welche das vorgerückte Alter des Lehrers nicht wohl ertragen hätte.
Im Gebiete der Religion lernte Gaetano anfänglich aus dem Evangelium und dem Katechismus, dann durch Unterhaltungen mit dem Geiſtlichen und vor Allem von dem Muſter der Frömmigkeit und Liebe, welches ihm ſtets vor Augen ſtand.
Sein lateiniſches Leſebuch war das Brevier, welches er im Verſtohlenen während des Mittagſchlafs des Geiſtlichen las; ſpäter trieb er ſich auch wohl in einer großen lateiniſchen Bibel herum, welche zum Glätten der Bruſtkragen des Pfar⸗ e, und ſeine Fortſchritte waren in Folge ſeines ei⸗ ißes ſo bedeutend, daß er bald geläufig leſen und indervollen Geſchichten des Volks Gottes ver⸗
ſtehen konnte. Während dieſes erſten Studiums ſeiner Laufbahn genoß Gaetano alle Ehren, die er nur beanſpruchen konnte. Er
diente Meſſe, ſpäter bekam er die Sorge für die Kirche, de⸗
ren Küſteramt Signora Ginlia verſah, er wurde mit dem rothen Chorrock und dem weißen Gewande angethan und trug das Kreuz, ſchwang das Rauchgefäß, ſang zu aller Freude auf dem Chore und wurde endlich Lehrer einer klei⸗ nen vom alten Pfarrer eingerichteten Schule; dieſe Einrich⸗ tung, welche bislang immer unmöglich geweſen war, wurde durch ihn eine ungemeine Wohlthat.
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