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ſeine Geburt dem Hauſe erweckte, entſprachen. Bereits in den erſten Jahren war ſein Geiſt ſo offen und reich, daß der Vater eines ſchönen Tages, als er ſich nach dem Nachbar⸗ dorfe begab, das Bürſchlein mit nahm und dem Erzprieſter vorſtellte. Dieſer kannte Gaetanos Eltern bereits ſeit langer Zeit, er richtete einige Fragen an denſelben, welche der ſechs⸗ jährige Knabe mit liebenswürdiger Natürlichkeit und hervor⸗ ſpringendem Verſtande beantwortete. Der würdige Geiſt⸗ liche war ohne Bedenken zufrieden, die Obhut des Kindes auf ſich zu nehmen, allein er verlangte, daß man ihm die Sorge der Erziehung ganz allein überlaſſe und niemand ge⸗ gen die von ihm verordnete Zucht etwas einwenden dürfe. Der Vater Gactanos verſprach alles, was jener verlangte, ſo glücklich fühlte er ſich, ſeinen Sohn auf der Bah kirchlichen Würden zu erblicken. 8
Am nächſten Tage beſaß der Knabe durch die der Signora Giulia, der Schweſter des Geiſtlichen, eine Sotane(langes, ſchwarzes Prieſterkleid), die er ohne Be⸗ ſchwerde trug. Als er in dieſer Tracht in dem Dorfe erſchien, nannten ihn die Bewohner, welchen die Abſichten der Eltern Gaetanos bekannt war, den Monſignorino. 1
In den erſten Jahren, die der Knabe bei demjenigen, dem ſeine Eltern ihn anvertrauet hatten, verbrachte, lernte er leſen, ſchreiben und rechnen. Er lernte faſt ganz von ſelbſt. Der gute Erzprieſter ging ihm allerdings mit gutem Rathe an die Hand, allein es war ſchon genug, daß er Gaetano die Stelle anwies, wo die Aufgabe zu finden war, ſo ſuchte


