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dichten Gitters Noemi fragte, was ſie ſo früh am Morgen begehre?
— Ich möchte mit Dom Salvi reden, antwortete Noemi.
— Mit dem Herrn Pater? Per la ſantiſſima madonna! Ich wenigſtens mag ihn nicht wecken, den armen Mann; er hat dieſe Nacht aufſtehen müſſen, um einen Sterbenden die Beichte abzunehmen.
— Ich verlange auch nicht, daß Sie ihn wecken, cara donna! ſondern bitte nur, laſſen Sie mich eintreten.
— Aber wer ſind Sie denn? woher kommen Sie mit ihrem Päcklein, das meiner Treu nicht groß iſt? Der Herr Pater erwartet niemand. 5
— Dom Salvi kennt mich und wird nicht wenn er mich ſieht.—
— Ei ja, Sie haben allerdings ein n gs nicht übles Geſicht, und wenn ich nicht beſorgte, geſchmält zu werden..
— Dom Salvi wird nicht unwillig ſein, ffnen Sie nur.
— So? Nun, ich will es auf Ihr ehrliches Geſicht hin einmal wagen.
Die Thüre öffnete ſich und Noemi trat in ein Gemach im unteren Raume, eine Art Sprechzimmer, deſſen ganzes Geräth eine lange mit altem Brokat überzogene Bank bil⸗ dete; einige ſehr alte Heiligenbilder hingen an den Wänden umher.
— Warten Sie hier, ſprach die alte Haushälterin, ich


