148 genug an der demüthigenden Erniedrigung, welche ihnen jährlich auferlegt wird, indem ihre Syndiken und Rabbiner im Namen Aller kommen und vom Senator die Erlaubniß erflehen müſſen, ferner in der päpſtlichen Stadt zu wohnen?
Andere fürchteten gar, daß man dem Ghetto ſein letztes Privilegium, welches von den Vorfahren mit Golde erkauft war, die Gazzaga, welche mit unglaublichen Summen er⸗ rungen war, rauben würde.
Die Häuſer nämlich, welche die Juden, die nichts be⸗ ſitzen dürfen, in Rom bewohnen, gehören ſämmtlich Chriſten an; aber vermöge einer Art Erbzins können die Eigen hHümer weder den Miethbetrag ſteigern noch die Miether vertreiben. Die Bedingungen ſind ſeit langen Jahren unveränderlich. Drohet das Haus dem Einſturz, ſo iſt der Eigenthümer ver⸗
pflichtet, es ausbeſſern und wieder herſtellen zu laſſen, ſelbſt
wenn die Koſten in keinem Verhältniſſe zu dem Ertrage ſtehen. Das Syndikat leiſtet allein Bürgſchaft für die ſämmtlichen Miethen. Das Wohnrecht iſt ſo geordnet, daß die Iuden unter ſich nach Vermögen und Uebereinkunft die Geſammt⸗ beträge aufbringen.
— Achl ſprachen Greiſe, man nannte lange Zeit Rom das Paradies der Juden, als das Gold unſerer Väter ſeiner Verſchwendung noch floß.
— Jetzt, erwiderten die jüngeren Perſonen, will Rom Alles haben und Nichts zugeſtehen. Vergleicht man unſer Schickſal mit dem unſerer Brüder in den übrigen Staaten, ſo iſt Rom die Hölle für die Iuden.


