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In der That, ſelbſt die Schriftſteller, welche das neuere Rom und den heiligen Stuhl zu erheben ſtrebten, mußten ein⸗ geſtehen, daß die Erniedrigung, in der die päpſtlichen Geſetze die Juden halten, wahrhaft beweinenswerth iſt.
Um dieſe trüben Nachrichten ihr mitzutheilen, hatte Ben Saul Noemi kommen laſſen. Der Greis wollte Rom ver⸗ laſſen, dieſe Stadt, wo er nichts als Troſtloſigkeit für ſich und die Seinen gefunden; aber Noemi hielt ſeinen Muth aufrecht. Sie erinnerte ihn an die langen Prüfungen des auserwählten Volks und den Lohn, welcher Iſrael erwartete; ſie ſprach zu ihm von Ben Jakob und ſeinen Hoffnungen.
Noemis Worte tröſteten den Greis und brachten in das Herz Ben Sauls eine Ruhe zurück, die in dem ihrigen nicht wohnte. Die Jungfrau erlangte die Gewißheit, daß um das Haus herum Schlingen und Liſten gegen ſie ausgeſpannt würden.
Um ſich zu beruhigen, begann ſie einen Plan auszu⸗ führen, den ſie am erſten Tage, wo ſie Dom Salvi erblickt, gefaßt hatte.
Ende des erſten Bandes.


